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Armin Rößler - Argona

Armin Rößler - Argona

Band 3 der Argona-Trilogie                                                                       Paperback, 314 Seiten                                                        
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783938065303
13,95 €
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Nominiert für den Kurd Laßwitz Preis 2009

Der Argonom Aulden kehrt nach Hause zurück – tausend Jahre zu spät.
Er muss feststellen, dass seine Heimatwelt hinter einem undurchdringlichen Energiefeld verschwunden ist. Haben die kriegerischen Kotmun Argona erobert? Schwindet damit die Hoffnung der galaktischen Völker endgültig, den Krieg gegen die Invasoren doch noch gewinnen zu können? Ist Paul Andrade das Zünglein an der Waage? Oder verfolgt er gar eigene Ziele? Und welche Rolle spielen die Lotsen, die Herren der Wurmlöcher, in dieser Auseinandersetzung?

Argona ist das furiose Finale von Armin Rößlers Argona-Trilogie. Die beiden Vorgänger-Romane Entheete (2006) und Andrade (2007) wurden jeweils als bester deutschsprachiger Science-Fiction-Roman für den Deutschen Science Fiction Preis und den Kurd Laßwitz Preis nominiert.

 

Armin RößlerArmin Rößler, geboren 1972, lebt mit seiner Familie in Rauenberg am Rand der Weinberge und arbeitet als Redakteur für eine Tageszeitung.
Er hat den Fantasy-Roman „Das vergessene Portal“ und eine Science-Fiction-Trilogie, bestehend aus den Einzelromanen „Entheete“, „Andrade“ und „Argona“, veröffentlicht (alle im Wurdack Verlag), außerdem zahlreiche Erzählungen. Als (Mit-)Herausgeber war er an gut einem Dutzend Science-Fiction-Anthologien beteiligt, zuletzt an „Gamer“ (Begedia Verlag).
2011 ist seine Erzählung „Die Fänger“ in russischer Übersetzung im führenden russischen Science-Fiction-Magazin „Esli“ erschienen.
Als Autor und Herausgeber wurde Armin Rößler mehrfach für den Deutschen Science Fiction Preis, den Kurd Laßwitz Preis und den Deutschen Phantastik Preis nominiert. Im Oktober 2016 erscheint seine Story-Collection „Cantals Tränen“ im Wurdack Verlag.

eins

Die kleine Spritze entlud sich mit einem Zischen, als der Roboter Barbieri die lähmende Injektion in den Oberarm versetzte. Der Guer kannte die Prozedur noch von früher, hatte sie oft genug erlebt. Schließlich war er lange Zeit von Planet zu Planet gereist, um die gefährlichen Aufträge auszuführen, mit denen er sich seinen Lebensunterhalt verdiente. Erst mit Fontan und Mellot, die viele Jahre gute Gefährten gewesen waren, später allein. Eine schmerzliche Zeit, die er am liebsten vergessen hätte. Das fiel dem Guer im Moment nicht schwer, denn es war ohnehin vorbei und er hatte jetzt einen neuen Partner. Den Murn. Und einen neuen Arbeitgeber. Pagan. Ausgerechnet den Konzern, den er immer verachtet hatte.
Barbieri wusste, dass an Bord eines Schiffs, das eine der Passagen durch die Wurmlöcher nutzte, üblicherweise nur der Pilot bei Bewusstsein blieb. Alle anderen Besatzungsmitglieder wurden in einen kurzen künstlichen Tiefschlaf versetzt, aus dem sie erst erwachten, wenn das Schiff wieder den normalen Weltraum erreicht hatte.
Der Roboter verließ die kleine Kabine, der Guer fühlte, wie ihm erst schwummrig wurde, dann schwarz vor Augen.
Er kämpfte nicht dagegen an, sondern ließ sich bereitwillig in den Tiefschlaf ziehen.
Doch dann regte sich plötzlich etwas in ihm. Das Gespinst. Es meldete sich auf seine ganz eigene Weise zu Wort, ohne auch nur einen Ton hören zu lassen.
Es ist seine erste Reise, dachte Barbieri. Er war in diesem Augenblick über sich selbst verblüfft. Denn er hatte zwar in den vergangenen sechs Monaten, seit er mit dem Symbionten verbunden war, zu ihm eine schwer zu beschreibende Verbindung aufgebaut, die eines Tages vielleicht zu einem echten Austausch werden würde. Dennoch hatte er vor Beginn des Flugs mit der Teore keinen Gedanken daran verschwendet, wie der Murn auf den Durchgang durch das Wurmloch reagieren würde.
Jetzt spürte der Guer Besorgnis, die sich rasch zu Angst steigerte. Seine Gedanken begannen zu rasen, Panik breitete sich in ihm aus. Natürlich hatte das Gespinst diese Form der interstellaren Fortbewegung niemals zuvor erlebt und auch nichts, das sich damit vergleichen ließ. Bereitete ihm der Übergang Schmerzen? Bedrohte er den Murn vielleicht sogar in seiner Existenz?
Barbieri horchte tief in sich hinein. Worauf er dort stieß, überraschte ihn. Es war selten, dass der Symbiont ihm mit konkreten Emotionen auf seine Fragen antwortete. Die Signale, die der Murn aussandte, waren nicht leicht zu deuten. Barbieri verstand zwar mit jedem Tag besser, was das Gespinst ihm vermutlich sagen wollte. Trotzdem fiel es ihm schwer, das in Begriffe seiner eigenen Sprache zu fassen.
Wir nähern uns einander an, dachte der Guer. Es ist ein langwieriger, quälender Prozess. Er fühlte die Neugierde, die den Symbionten erfüllte. Ein … brennendes Sehnen, das alles Weitere überlagerte.
Barbieri begriff, als er feststellte, dass seine eigene Müdigkeit, der er sich eben noch so bereitwillig hatte hingeben wollen, längst wieder verflogen war. Vollständig. Der Murn hatte die Wirkung der Injektion neutralisiert. Eine andere Erklärung gab es nicht. Sie würden beide die Reise durch das Wurmloch im Wachzustand erleben. Er kannte selbstverständlich die Schauergeschichten über Experimente dieser Art. Allerdings, das musste er zugeben, hatte er in der Vergangenheit wahrscheinlich viel Schlimmeres gesehen. Und was auf Mureen geschehen war, hatte seinen Horizont noch einmal extrem erweitert.
Er dachte trotzdem über mögliche Lösungen nach, wie er verhindern konnte, diese Erfahrung machen zu müssen, doch ihm wollte nichts einfallen. Den Roboter wieder zurückrufen? Das ist unmöglich. Wenn er offenbarte, dass das Gespinst – und sei es auch nur für einen winzigen Moment – die Kontrolle über seinen Körper gewonnen hatte, würde Kapitän Shem ihm künftig nur noch sehr misstrauisch begegnen und eine Bedrohung in ihm sehen. Falls er ihn nicht sogar gleich von Bord jagte.
Er lauschte ein weiteres Mal in sich hinein, spürte die Zuversicht, die Freude, mit der das Gespinst dem Ereignis entgegenfieberte. Da beschloss Barbieri, dem fremdartigen Wesen, mit dem er seinen Körper teilte, auch jetzt zu vertrauen.
Dir bleibt ohnehin keine andere Wahl.
Der Guer schloss die Augen. Er konnte an der Situation nichts ändern, also würde er das Beste aus ihr machen müssen. Womöglich verschaffte ihm der Murn damit sogar ein einmaliges Erlebnis. Er entspannte sich und spürte bald, dass sich etwas veränderte. Es war, als ob ihn ein leichter Lufthauch berührte, mehr Ahnung als Gewissheit, vielleicht sogar reine Einbildung statt Fakt. Der Übergang. Er horchte intensiver in sich hinein, stieß aber auf keine Resonanz. Das Gespinst war wieder verstummt.
Ist es das schon gewesen?, fragte er sich. Der Guer schlug die Augen auf, starrte erst auf die nackten Wände der kleinen Kabine, dann auf die feinen, farblosen Fäden, die über seinen Oberkörper wucherten. Das Gespinst regte sich nicht. Es schien erstarrt zu sein. Barbieri war nahe daran, danach zu greifen, um sich zu überzeugen, dass es nicht plötzlich abgestorben war. Wer konnte schon sagen, welche Auswirkungen der Flug durch das Wurmloch, der sie in ein anderes Sonnensystem geführt hatte, auf das seltsame Wesen von Mureen haben mochte. Ein Gedanke, der ihn mit neuerlicher Panik erfüllte. Doch dann beruhigte sich der Guer wieder. Er ließ die Hand sinken, bemühte sich, langsam zu atmen. Horchte intensiv und geduldig. Und stellte fest, dass es keinen Grund gab, sich Sorgen zu machen. Der Murn war noch da, so lebendig wie zuvor.
Sprich mit mir, dachte er. Barbieri hatte lernen müssen, dass die Kommunikation unendlich kompliziert funktionierte. Und doch hörte er nicht auf, sich den Symbionten, der sich in seinem Körper eingenistet hatte, als menschlichen Gesprächspartner zu wünschen. Obwohl er natürlich wusste, dass das vollkommen abwegig war.
»Sprich mit mir«, wiederholte Barbieri laut. Aber er erhielt auch jetzt keine Antwort.
Er rekapitulierte die Situation: Erst hatte das Gespinst den Eindruck gemacht, als reagiere es auf die Veränderung, die dadurch eingetreten war, dass die Teore sich dem Ereignishorizont des Schwarzen Loches genähert und ihn schließlich auch überschritten hatte. Doch mit dem Verlassen des normalen Weltraums und dem Übergang ins Wurmloch waren die eigentlich ermutigenden Signale schlagartig verstummt. Seine Panik war allerdings unnötig gewesen. Mit der Ankunft in dem Sonnensystem, das die Teore angesteuert hatte, begann sich auch der Symbiont wieder zu regen. Die feinen Fäden auf Barbieris nackter Brust zitterten leicht.
Es ist wieder da. Barbieri fühlte unendliche Erleichterung.
Eine Erklärung für die lähmende Wirkung, die der Flug durch das Wurmloch offensichtlich auf das Gespinst gehabt hatte, hatte Barbieri nicht. Sein Symbiont bot ihm ebenfalls keine an.
»Ich werde das beobachten müssen«, sagte der Guer in die Stille seiner kleinen Kabine hinein. Beim nächsten Durchgang. Zunächst einmal galt es, das Sonnensystem zu erkunden, in das Pagan die Teore geschickt hatte. Der Konzern wollte Ergebnisse sehen. Die Bedürfnisse Einzelner spielten in diesem Zusammenhang eine absolut untergeordnete Rolle.
Barbieri erhob sich von der Liege, setzte die Füße auf den Boden, blieb aber zunächst noch sitzen. Er schloss die schwarze Kombination, sodass von dem Gespinst nichts mehr zu sehen war – andere Menschen reagierten auf diesen ungewohnten, für manche sogar furchterregenden Anblick sehr empfindlich, wie er festgestellt hatte. Er erinnerte sich gut daran, dass es ihm beim ersten Mal nicht anders ergangen war. Dann überprüfte er noch den Status seiner Implantate, ehe er endgültig aufstand. Wie erwartet, war alles in Ordnung, auch das Gespinst sandte keine Impulse aus, die ihn hätten beunruhigen müssen. Er war so gut für das Kommende gerüstet, wie es möglich war. Sorgen bereitete dem Guer nur, dass er nicht wusste, was ihn hier erwartete. Und daran war Pagan Schuld, der Konzern, der ihm überraschend eine neue Chance verschafft hatte, als er sich schon auf dem Abstellgleis geglaubt hatte.
»In Ordnung«, sagte er, ohne noch länger über die Vergangenheit nachzudenken. Nun war er hier, hatte den ersten Wurmloch-Durchgang an Bord der Teore hinter sich, den ersten, seit er mit dem Gespinst verbunden war. Noch hatte ihm niemand gesagt, was es mit dem Sonnensystem auf sich hatte, das ihr Ziel war. Außer dem Namen – Recur-17 – wusste er rein gar nichts. Barbieri lächelte. Er hatte schon allerhand erlebt. Fast hoffte er, dass es hier nicht zu langweilig für ihn werden würde.
Er horchte noch einmal in sich hinein. Beinahe hätte er es nicht bemerkt. Etwas hatte sich verändert. Die schwachen Impulse, die darauf hinwiesen, dass der Symbiont lebte und dachte und in irgendeiner schwer fassbaren Art und Weise mit dem Körper des Guer interagierte, waren anders geworden. Barbieri kniff die Augen zusammen, lauschte.
Was ist?
»Was ist?«, wiederholte er überflüssigerweise laut. Gleichzeitig dachte er, dass er wahrscheinlich nie aufhören würde, dem Gespinst derart sinnlose Fragen zu stellen. Selbstverständlich erhielt er auch jetzt keine Antwort.
Etwas stimmt nicht. Das bedeutete Gefahr. Mehr war dem Murn für den Moment nicht zu entlocken. Der Guer kannte das inzwischen.
Das Schott öffnete sich lautlos vor ihm, als er die Kabine verließ. Barbieri machte sich auf den Weg in die Zentrale. Er ging schneller als sonst.
Celea Maguele bemerkte noch den Stich der Injektion, ehe sie kurz vor dem Eintritt ins Wurmloch wegdämmerte. Als sie wieder erwachte, hatte die Teore das Mureen-System längst verlassen. Obwohl sie von dem Übergang nichts bewusst mitbekommen hatte, fühlte sie eine leichte Übelkeit. Sie schloss für einen Moment die Augen, dann begann das Unwohlsein allmählich nachzulassen. Celea schaffte es, sich wieder auf ihre Umgebung zu konzentrieren. Und auf ihre Arbeit.
»Ortung«, sagte der Kapitän. Obwohl Sander Shem nicht lauter gesprochen hatte als sonst auch, verstand Celea den Befehl augenblicklich. Shem wirkte rein äußerlich ruhig und gelassen. Die Weisheit des Alters, hatte Celea gedacht, als sie vor über zehn Jahren auf der Teore angeheuert hatte – eine junge Frau, die der Faszination des Weltraums verfallen war. Das war damals so falsch wie heute. Ungeduld war der offensichtlichste Charakterzug des Kapitäns. Und das, obwohl er wahrscheinlich schon in Pagans Diensten gestanden hatte, als sie selbst noch nicht einmal geboren gewesen war.
Sie lächelte, zögerte aber nicht länger, sondern las sofort die Anzeigen ihrer Instrumente ab. Das kurze Unwohlsein nach der Bewusstlosigkeit war vergessen. »Zielsystem erreicht«, sagte sie mit fester Stimme. »Die Werte stimmen mit den vorliegenden Daten überein. Das Boot der beiden Lotsen dockt übrigens gerade von der Teore ab und fliegt zum Wurmloch zurück.«
»Konkret, bitte.«
Damit meinte der Kapitän nicht die Lotsen. Die kümmerten ihn nicht, da sie in die Rubrik Routine fielen. Celea dagegen hatte diese seltsamen Lebewesen schon immer sehr faszinierend gefunden. Doch jetzt konnte sie sich nicht mit Gedanken an sie aufhalten. Sander Shem hatte für unnötige Verzögerungen kein Verständnis.
Sie schüttelte den Kopf. Manchmal war Kapitän Shem ebenso detailversessen wie hektisch. Dass er seinen Leuten derart überflüssige Arbeiten aufbürdete, belastete die Atmosphäre an Bord oft. Celea Maguele hatte sich bereits daran gewöhnt. »Ein Roter Zwerg, Spektralklasse M2,5V, Oberflächentemperatur dreitausendvierhundertundachtzig Kelvin«, leierte sie wahllos einige der Daten herunter, die ihr auf den Schirmen angezeigt wurden. »Keine Überraschung. Das ist Recur-17, unser Zielstern.«
Der Kapitän schwieg. Celea Maguele verstand auch diese unausgesprochene Aufforderung, obwohl sie die Informationen dank ihrer guten Vorbereitung auf den Flug schon gestern hätte herbeten können. »Drei Planeten, wie erwartet in sehr engen Umlaufbahnen um den Roten Zwerg. Der innerste ist sechs Millionen Kilometer von der Sonne entfernt, der zweite elf Millionen, der dritte …«
»Geschenkt«, nterbrach Shem sie. »Danke, Celea. Gibt es Anzeichen für intelligente Lebewesen, die sich in diesem System aufhalten?«
»Nein«, sagte sie, ohne die Anzeigen noch einmal abzulesen. Wäre das der Fall gewesen, hätte sie es dem Kapitän selbstverständlich längst gemeldet. In diesem Sektor der Galaxis waren keine raumfahrenden Völker bekannt. Trotzdem konnte es natürlich vorkommen, dass eines der Schiffe des Konzerns, die gerne abseits der bereits bewohnten Welten nach neuen Pfründen suchten, vor Ort auf Lebewesen stieß. Manchmal auf Konkurrenz, gelegentlich auf Militär, hin und wieder auf primitive Eingeborene, ganz selten auf ein bislang unbekanntes Volk, das es geschafft hatte, seinen Heimatplaneten zu verlassen, und ähnlich wie die Menschen das All durchstreifte.
»Dann hätte ich gerne die näheren Angaben zum zweiten Planeten.«
Celea hatte es befürchtet, deshalb war sie auch darauf vorbereitet. »Recur-17-b umkreist seine Sonne in lediglich dreizehn Tagen …«
»Hier kann man schnell alt werden«, mischte sich Gil Hains ein. Der Pilot hielt sich auch heute wieder für überaus komisch, was ihm Kapitän Shem wie immer ohne Zurechtweisung durchgehen ließ. Celea warf Hains einen wütenden Blick zu, den dieser geflissentlich ignorierte, fuhr aber fort: »Soweit ich das aus der Entfernung beurteilen kann, sind die Daten des Erkunders korrekt: Auf dem Planeten kann Wasser dauerhaft und in hinreichenden Mengen im flüssigen Zustand existieren, sodass dort theoretisch Leben nach unseren Vorstellungen möglich wäre.«
»Aber …«
Jetzt ließ Celea den Kapitän nicht ausreden: »Die Rotation von Recur-17-b ist an seine Sonne gebunden. Die klimatischen Bedingungen dürften extrem sein, von einem starken Treibhauseffekt ist auszugehen. Dazu kommt …«
»Die infrarote Strahlung, ich weiß.« Shem wirkte nicht verärgert. Trotzdem machte er eine eindeutige Handbewegung, die Celea Maguele verstummen ließ. »Wir werden diese Welt anfliegen müssen«, sagte der Kapitän. »Nur dann erfahren wir Genaueres.«
»Oder auch nicht«, sagte Hains. Niemand lachte. Celea war verwundert, dass sich der Pilot nicht schon längst zurückgezogen hatte. Die Nachwirkungen der Drogen, die es ihm – unterstützt von den rätselhaften Fähigkeiten der Lotsen – erlaubten, die Teore durch das Wurmloch zu steuern, sorgten normalerweise für einen Zustand großer Erschöpfung. Gil Hains wirkte tatsächlich müde. Dennoch klebte er an seinem Platz, als warte er auf etwas. Das war seltsam, denn nichts deutete darauf hin, dass während des Anflugs auf den Planeten irgendetwas Ungewöhnliches geschehen würde.
Geh jetzt, dachte Celea. Sie konnte den Piloten nicht ausstehen. Wenn Hains sich nicht in der Zentrale aufhielt, war die Stimmung deutlich besser. Vor allem ihre eigene.
Praktisch alles, was Celea dem Kapitän erzählt hatte, war schon vor der Ankunft der Teore in diesem System bekannt gewesen. Pagan hatte den Sternensektor bereits vor geraumer Zeit oberflächlich katalogisieren lassen. Nur mit Details hatte sich damals niemand aufgehalten. Das zählte nicht zu den Aufgaben der Erkunder. Das riesige Firmenimperium schickte lieber als Nächstes ein Schiff wie die Teore. Weitere würden erst dann folgen, wenn Shem und seine Leute festgestellt hatten, dass es sich lohnte. Ob sie wertvolle Bodenschätze fanden oder eine Welt, auf der sich eine Kolonie errichten ließ, spielte für Pagan zunächst einmal keine Rolle. Angesichts der Daten hoffte Celea, dass Recur-17-b wenigstens einige lohnenswerte Rohstoffe für sie bereithielt. Eine Erfolgsprämie würde zum richtigen Zeitpunkt kommen. Zuletzt hatte das Glück die Teore auf ihren Flügen nicht gerade verfolgt.
»Glasser, Sie übernehmen«, sagte der Kapitän. Der Mann, der an den Hauptkontrollen saß, nickte. Damit steuerte jetzt er das Schiff. Gil Hains war in der Zentrale überflüssig. Celea sah, dass er trotzdem weiter auf seinem Platz sitzen blieb. Sie ärgerte sich, wollte ihren Zorn auf den Piloten aber nicht zu groß werden lassen und wandte sich deshalb wieder den Anzeigen zu. Eventuell gab es ja doch etwas Überraschendes zu entdecken.
»Wir sollten umkehren.«
Celea Maguele schrak auf, als sie die Worte hörte. Sie beruhigte sich aber sofort wieder. Es war nur Avram Barbieri, der Guer. Der Mann war auf Mureen neu an Bord gekommen. Wie alle Guer war er zum Kämpfen da, nicht um zu denken. Vielleicht will er sich nur wichtig machen.
Sie erwartete, dass der Kapitän Barbieri scharf zurechtweisen würde. Doch Sander Shem verblüffte sie wieder einmal. So sehr er Celea trotz seiner hektischen Art das Gefühl gab, ihm einhundertprozentig vertrauen zu können und an seiner Seite gut aufgehoben zu sein, so wenig hätte sie vorhersagen können, wie er in einer bestimmten Situation reagierte. Shem überraschte sie auch jetzt. Celea hatte mindestens Spott erwartet oder sogar ein paar harte Worte zur Aufrechterhaltung der Moral an Bord. Stattdessen ging der Kapitän auf Barbieris Ausruf ein.
»Warum?«
In der simplen Frage lag echte Besorgnis. Celea wunderte sich, weigerte sich aber, ihr Bild von Shem zu korrigieren. Wenn er von dem Guer tatsächlich eine Begründung für seine Worte hören wollte, nahm er diesen wohl ernst.
»Gefahr«, sagte Barbieri nebulös. »Wir sollten umkehren. Ehe es zu spät ist.«
Celea war der Mann schon am ersten Tag, gleich nachdem er an Bord der Teore gekommen war, merkwürdig erschienen. Das lag an der Art und Weise, wie er sie angeschaut hatte, als sie ihm vorgestellt worden war. Angeschaut ist das falsche Wort. Barbieri hatte durch sie hindurchgestarrt, als bestünde sie aus Luft. Da bis zum Abflug von Mureen noch fast zwei Wochen vergingen, hatte Celea danach mehrfach die Gelegenheit gehabt, den Guer zu beobachten. Er schien diese Augenblicke, in denen er geistig abwesend war, öfter zu haben. Das ließ ihn seltsam erscheinen. Sogar die Idee, dass er eine Art Bedrohung darstellen könnte, war ihr schon gekommen. Aber sie hatte mit niemandem darüber geredet. Schließlich wollte sie sich nicht lächerlich machen. Zumal es Aufgabe des Kapitäns war, neue Besatzungsmitglieder zu beurteilen. Bevor Pagan diesen Barbieri an Bord der Teore hatte schicken können, musste Sander Shem seine Zustimmung geben.
»Können Sie das präzisieren?«
Barbieri ging nicht auf Shems Frage ein. »Wir sollten umkehren«, wiederholte er ein wenig stockend. Dann marschierte er ohne ein weiteres Wort aus der Zentrale des Erkunders.
Der Kapitän blickte ihm hinterher und schüttelte schließlich den Kopf. »Glasser? Maguele?«
»Keine Anzeichen für eine Bedrohung, welcher Art auch immer«, sagte Glasser ruhig.
»Nichts«, bestätigte Celea, nachdem sie die Anzeigen intensiv studiert hatte.
»Wir sollten umkehren, ehe es zu spät ist«, äffte Hains den Guer nach. Er lachte, aber wieder stimmte niemand ein.
Shem ignorierte den Piloten und nickte. »Wir werden die Augen offen halten«, sagte der Kapitän, dann zuckte er mit den Schultern. »Anflug auf Recur-17-b. Sicherheitsstufe zwei.«
Celea schauderte, als ihr der Gedanke kam, dass vielleicht wirklich eine Gefahr auf sie lauern mochte.
Barbieri kam sich wie ein Idiot vor, wenn er an die Szene in der Zentrale zurückdachte. Er hatte viel mehr sagen wollen, merkte dann aber, dass ihm die Worte fehlten. Deshalb war er schließlich gegangen, ohne sich noch weiter zu äußern. Der Kapitän musste ihn für einen Verrückten halten, dem Rest der Besatzung würde es genauso gehen, sobald diese Geschichte die Runde machte. Damit endete seine Karriere an Bord der Teore vermutlich, noch bevor sie wirklich begonnen hatte.
In seiner Kabine ließ der Guer sich aufs Bett sinken und schälte sich im Liegen die schwarze Kombination vom Oberkörper. Er betrachtete das Gespinst, die feinen, farblosen Fäden, die auch jetzt wieder leicht zitterten. Horchte in sich hinein. Und meinte immer noch, eine leise Warnung zu vernehmen, ohne dabei wirklich verstehen zu können, was sein Symbiont ihm sagen wollte.
Falls er mir überhaupt etwas sagen will.
Barbieri fühlte sich müde. Das mochte auf den Flug durchs Wurmloch zurückzuführen sein, vielleicht auch auf seinen missglückten Auftritt in der Schiffszentrale. Er schloss die Augen und schlief ein.
Das Signal weckte ihn keine zwei Stunden später. Der Guer war sofort hellwach. Die kurze Holo-Botschaft, die sich auf sein Fingerschnippen hin vor ihm entfaltete, teilte ihm nicht nur mit, dass der Kapitän an Bord Sicherheitsstufe zwei ausgerufen hatte. Barbieri erfuhr auch, dass Shem vier Beiboote ausschleusen würde, die sich zunächst anstelle der Teore dem Zielplaneten nähern sollten.
Er nickte zufrieden. Shem nahm ihn ernst. Das war eine sehr positive Entwicklung. Auch wenn der Guer es noch lieber gesehen hätte, dass der Kapitän diesem System ganz den Rücken kehrte. Aber das war ohne konkreten Hinweis auf eine tatsächlich existierende Gefahr natürlich nicht zu erwarten – schließlich strebte Pagan nach Profit. Der Konzern ließ sich nicht mit bloßen Andeutungen abspeisen. Zumal Barbieri selbst nicht näher definieren konnte, was ihm eigentlich Sorgen machte.
Shem hielt in der Botschaft an den Guer noch eine weitere Überraschung bereit: Barbieri würde zu einem der Landungsteams gehören. Damit hatte er nun nicht gerechnet. Auch wenn es, nüchtern betrachtet, logisch war. Schließlich hatte Pagan ihn auf dieses Schiff geschickt, damit er bei Problemen eingriff. Und nachdem er dem Kapitän deutlich zu verstehen gegeben hatte, dass er auf Recur-17-b mit mindestens einem Problem rechnete, war es nur recht und billig, ihn dorthin zu schicken. Ob Shem ihn nun für verrückt hielt oder nicht.
Der Guer stand von der Liege auf und schloss die schwarze Kombination wieder. Wie immer überprüfte er den Status der Implantate, dann horchte er noch einmal in sich hinein. Das Gespinst blieb still. Anscheinend hielt es keine weitere Warnung für ihn bereit. Das stimmte ihn optimistisch.
Barbieri verließ die kleine Kabine und lenkte seine Schritte zum Hangarbereich der Teore. Dort wartete das Boot bereits auf ihn – mit seiner dreieckigen Grundform erinnerte es mehr an einen schnellen Atmosphärengleiter als an ein raumflugtaugliches Schiff. Der Guer kannte diesen Typ nicht, war aber überzeugt, dass Kapitän Shem sich etwas dabei dachte, ausgerechnet dieses Boot zur Landung auf der noch unbekannten Welt einzusetzen.
»Fliegt sich wunderbar«, sagte eine Stimme in Barbieris Rücken. Er musste sich nicht umdrehen, um Gil Hains, den Piloten der Teore, zu erkennen.
»Sollten Sie nicht in der Zentrale sein?« Barbieri hatte es gedacht, Celea Maguele sprach es aus. Die Frau kam gerade durch ein Schott auf der anderen Seite des Hangars. Der Guer war zwar noch nicht lange an Bord, ihre Abneigung gegenüber Hains hatte er trotzdem längst bemerkt. Wobei er sich nichts vormachte: Auch ihm gegenüber verhielt sie sich sehr reserviert. Irgendetwas an ihm schien sie zu irritieren, fast sogar abzustoßen. Dabei, da war er sich sicher, wusste sie garantiert nichts von seinem Symbionten. Außer dem Kapitän war darüber auf der Teore niemand informiert.
Der Pilot ignorierte Magueles offene Feindseligkeit. »Ich werde mir die Landung auf diesem Planeten nicht entgehen lassen. Den Anflug kriegt Shem schon ohne mich hin.« Sein jungenhaftes Gesicht strahlte ehrliche Begeisterung aus. Er schien nicht einmal im Ansatz zu erkennen, wie sehr seine Anwesenheit die Frau verärgerte.
Barbieri hob die Arme. »Wir sind augenscheinlich ein Team. Lassen Sie uns so gut wie möglich zusammenarbeiten.«
»Natürlich.« Der Pilot verstand noch immer nicht.
Celea Maguele nickte. Barbieri konnte der Frau ansehen, wie schwer ihr das fiel. Er fand sie nicht einmal unsympathisch. Sie war längst nicht mehr so jung wie Hains, vielleicht einen Meter siebzig groß und hatte dunkles, sehr kurz geschnittenes Haar. Ihre ganze äußere Erscheinung ließ sie eher unauffällig wirken. Aber genau das war sie nicht.
»Gehen wir an die Arbeit«, sagte sie.
Barbieri fühlte die Spannung. Hains und Maguele waren wie Feuer und Wasser. Er fragte sich, was Kapitän Shem bewogen haben mochte, ausgerechnet diese beiden gemeinsam in einen Einsatz zu schicken. Und das auch noch mit ihm zusammen. Soll das eine Strafe sein? Der Guer schüttelte den Kopf. Er musste die Situation nehmen, wie sie war.
Das Gespinst schwieg, was Barbieri als positives Signal nahm, und das Beiboot verließ den Hangar. Hains saß im Pilotensitz, Celea Maguele an den Ortungsgeräten und der Guer hatte sich in einem dritten Sessel niedergelassen, ohne besondere Aufgaben zu haben. Das meiste erledigte in diesem kleinen Schiff sowieso der Bordcomputer. Barbieris Zeit würde erst kommen, wenn sie gelandet waren. Falls es dort unten tatsächlich ein Problem geben sollte.
Sie näherten sich langsam dem Planeten, die Teore blieb hinter dem Beiboot zurück.
Barbieri rief sich die Daten auf den Schirm. Bei Recur-17 handelte es sich um einen typischen Roten Zwerg. Die drei Planeten umkreisten die Sonne in sehr engen Umlaufbahnen. Recur-17-b, ihr Ziel, war nur lächerliche elf Millionen Kilometer von ihr entfernt. Ein Jahr dauerte auf dieser Welt lediglich dreizehn Tage. Extreme klimatische Bedingungen, die infrarote Strahlung … Kein Planet, auf dem man gerne Urlaub machte. Das würde schon allein aufgrund der äußeren Bedingungen harte Arbeit werden. Wieder einmal.
»Was zur Hölle ist das?«
Die Stimme der Frau klang aufgeregt und lenkte Barbieri von den Informationen über ihre Zielwelt ab.
»Was für ein riesiger Kasten«, staunte Hains.
Barbieri erkannte den Schiffstyp, ohne überlegen zu müssen. Es gehörte zu seinen Aufgaben, derartige Dinge zu wissen.
»Ein Argonom«, sagte er.
Die Pyramide, die soeben aus dem Wurmloch gekommen sein musste, ließ auch dem Guer den Atem stocken. Sie war unglaublich groß. Die annähernd quadratische Grundfläche wies eine Seitenlänge von rund zweitausenddreihundert Metern auf. Die Höhe betrug beachtliche eintausendvierhundertsiebzig Meter. Und trotzdem beschleunigte dieses gigantische Gebilde mit traumhaft hohen Werten, sodass es rasend schnell näher kam – genau auf das winzige Beiboot zu.
»Ein Argonom?«, fragte der Pilot, als habe er noch nie von diesem Volk gehört.
»Eine alte, beinahe vergessene, aber immer noch sehr mächtige Zivilisation«, sagte Barbieri. Er zuckte mit den Schultern. »Befragen Sie den Computer. Er sollte alle notwendigen Informationen gespeichert haben.«
»Was mag ein Argonom hier wollen?«, fragte Celea Maguele. Barbieri konnte die Faszination in ihrer Stimme deutlich hören.
»Ich bin in meinem ganzen Leben noch keinem begegnet«, antwortete er. »Aber sie sollen friedlich sein.«
In diesem Moment schrillte der Alarm.
Der Guer schaute ungläubig auf die Schirme.
Die Pyramide hatte das Feuer eröffnet. Sie schoss – auf die Teore.
»Das kann nicht sein«, murmelte Barbieri. Er fühlte sich wie betäubt. Gleichzeitig rebellierte in ihm das Gespinst. Aber ihm blieb keine Zeit, ausgerechnet jetzt in sich hineinzuhören. »Das ist nicht möglich. Der Argonom …«
Die Teore explodierte.
Von Hains kam ein schriller Laut des Entsetzens.
Die Frau dagegen sagte ruhig: »Keine Funksignale, keine wie auch immer geartete Warnung. Sie hatten keine Chance.«
»Vollschub«, befahl Barbieri.
Der Pilot starrte ihn fragend an. Ihm war der Schock deutlich ins Gesicht geschrieben.
»Wir müssen zum Planeten. Sonst sind wir als Nächste dran.«
Hains begriff endlich und machte sich eilig an seinen Kontrollen zu schaffen. Der Guer hoffte, dass seine Reaktion noch rechtzeitig erfolgte.
»Die anderen Boote?«, fragte er.
»Sie haben ebenfalls beschleunigt. Zwei. Das dritte war zu nahe an der Teore. Es …« Celea Maguele beendete den Satz nicht. Sie widmete sich ihren Anzeigen.
Barbieri benötigte die Meldungen nicht. Er sah genau wie die Frau, dass auch die beiden anderen Boote den mächtigen Energiestrahlen des riesigen Pyramidenschiffs zum Opfer fielen.
»Das ist kaltblütiger Mord.« Celea Maguele wirkte jetzt fassungslos.
Hains schien im Gegensatz dazu ruhiger zu werden, je schneller er flog. Sie hatten die Teore als erstes Boot verlassen. Erreichten sie die Atmosphäre des Planeten, mochte es ihnen vielleicht tatsächlich gelingen, den Gegner abzuschütteln.
Ein heftiger Schlag erschütterte das kleine Schiff. Er riss den Guer aus seinem Sessel und warf ihn quer durch die Steuerzentrale.
»Wir sind getroffen«, hörte er Magueles Stimme.
»Aber nicht vernichtet«, kam es trotzig von Hains. »Der Schuss hat uns nur gestreift.«
»Die verdammte Pyramide kommt näher«, schrie die Frau.
Barbieri stand auf. Er fühlte keinen Schmerz. Nur das Gespinst, das in ihm tobte, als sei es persönlich von dem Energiestrahl berührt worden.
Der Murn nimmt die Dinge anders wahr, dachte Barbieri.
Das Boot taumelte, aber es tauchte auch in die Atmosphäre von Recur-17-b ein. In diesem Augenblick veränderten sich sämtliche Anzeigen auf den Schirmen. Der Guer blinzelte, doch die neuen Daten blieben bestehen.
»Das verstehe ich nicht«, sagte Celea Maguele. »Unter uns liegt eine vollkommen andere Welt. Von infraroter Strahlung oder extremem Klima ist nichts zu entdecken. Ein ganz normaler Planet wie …«
Barbieri unterbrach die Frau, obwohl er ebenso erstaunt war. »Konzentrieren Sie sich auf das Schiff des Argonomen.«
Sie ließ nicht erkennen, ob sie deshalb verärgert war. »Die Pyramide ist jetzt ganz nahe bei uns. Der nächste Schuss wird das Boot vernichten.«
Der Guer atmete tief durch.
»Aber irgendetwas stimmt dort drüben nicht. Ich messe sehr ungewöhnliche Energiewerte an. Als ob …«
Der Lichtblitz, der aus dem riesigen Schiff des Argonomen hervorzuckte, war selbst in der verfremdeten Darstellung auf den Schirmen grell genug, um zweifelsfrei erkennen zu können, was geschah.
»Etwas ist dort drüben explodiert«, sagte Celea Maguele. Vielleicht …«
»Ich kann das Boot nicht mehr steuern.« Die Panik hatte Hains wieder fest im Griff.
»Wir stürzen ab«, stellte Barbieri fest.
Dann ging alles rasend schnell.

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