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Carmen Capiti DLK(3) - Machtwechsel

Carmen Capiti DLK(3) - Machtwechsel

Band 3
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Seit bekannt wurde, dass Kreaturen die Loganer unterwandern, herrscht Panik und Misstrauen unter der Bevölkerung.
DiCasias Institutsleiterin und Erster Rat Kybele Jarill spürt das Messer an der Kehle. Was sie nicht weiß: Zwei ihrer Bereichsleiter agieren hinter ihrem Rücken, um ein gut gehütetes Geheimnis zu wahren.
Sollte dieses an die Öffentlichkeit gelangen, könnte es den Krieg entscheiden, noch bevor er begonnen hat.

Kybele Jarill saß auf ihrem Stuhl und starrte jedem einzelnen Anwesenden in die Augen, als glaubte sie, dadurch ihren Worten Nachdruck verleihen zu können. Als wäre die Situation nicht allen anwesenden Bereichsleitern klar.

»Der Verlust der Raumstation hat uns massive finanzielle Einbußen beschert«, sagte der Mann, der jetzt neben der Institutsleiterin von DiCasia aufstand. »Die Station ist das eine, aber all die Nahrungsmittel und Gerätschaften bedeuten einen massiven Einschnitt ins Budget.«

»Budget«, knurrte Jarill und zog die Augenbrauen zusammen. »Vergessen Sie das Budget. Die Rufschädigung wird es sein, die uns das Genick bricht.«

Jemon Pherka, Bereichsleiter Forschung, ließ sich äußerlich nichts anmerken, fragte sich aber, ob Jarill da nicht übertrieb. Natürlich war es ein hartes Los, dass die Station von den Kreaturen von Saxum eingenommen worden war. Aber es musste allen bewusst sein, dass so ein Missgeschick jedem Institut hätte widerfahren können. Immerhin hatte niemand damit gerechnet.

Außerdem hatte Kybele Jarill die Position als Erster Rat inne, was ja wohl hoffentlich eine gewisse Immunität verlieh. Oder zumindest genügend Respekt, dass die anderen Institutsleiter sich nicht zu sehr den Mund zerrissen.

»Dann kommt der Ausbruch aus unseren Gefängnissen hinzu«, fuhr Jarill fort.

»Ist es nicht deutlich, dass die Kreaturen Unterstützung von außen hatten?«, warf Stiev Lem ein, der Leiter der Logistikabteilung. »Ich dachte, das sei öffentlich bekannt.«

Pherka hatte gehört, dass Lem während des Angriffs für eine seiner regelmäßigen Inspektionen auf der Raumstation gewesen war. Die Kreaturen hatten ihn mit den anderen gehen lassen, aber nicht, ohne ihnen vorher ordentlich aufzumischen.

Jarills Augen verengten sich.

»Und wonach sieht das wohl aus? Für die Leute, die keine Ahnung haben. Für Leute, bei denen Nomoto die Angst schürt?« Sie war aufgestanden und beugte sich über den Tisch in Richtung Lem. »Uns wird vorgeworfen, selbst für den Ausbruch verantwortlich zu sein. Sie sagen, dass wir mit den Kreaturen sympathisieren.«

Das Gemurmel am Tisch verstummte.

»Nomoto nutzt die Vorfälle gezielt, um uns zu diffamieren. Wenn wir uns noch einen Fehltritt bezüglich der Kreaturen erlauben, ist das der Beginn unseres Untergangs«, sagte Kybele eindringlich. »Nomoto hingegen wird seine vermaledeite Stimmkonditionierung erneut auf den Tisch legen. Dies ist aus mehr als einem Grund zu unterbinden.« Sie richtete sich auf und reckte das Kinn. »Ich verlange von Ihnen allen höchste Vorsicht und Alarmbereitschaft. Denken Sie dran: Ein Fehltritt und Sie sind ihren Job los.«

Die Nachricht der Geschäftsleitung war deutlich gewesen, und die Abteilungsleiter kehrten stumm und nachdenklich an ihren Arbeitsplatz zurück. Nur Jemon Pherka wartete vor der Tür, bis Lem den Raum verließ.

Sie nickten sich gegenseitig zum Gruß zu und suchten dann das Büro des Forschungsleiters auf. Kaum fiel die Tür hinter ihnen ins Schloss, ließ Jemon sämtliche Haltung fahren.

»Das ist übel, Stiev«, sagte er kopfschüttelnd.

Der Mann mit dem dichten schwarzen Haar beobachtete ihn durch seine Fransen hindurch.

»Du willst das Projekt abbrechen, nicht wahr?«, fragte er dann.

»Wollen? Wir müssen. Hast du Jarill nicht gehört?«, sagte Jemon aufgebracht.

»Bisher sind wir durchgekommen, ohne dass sie oder jemand der anderen etwas mitgekriegt haben. Nicht einmal Brima von der Produktion.«

»Du weißt, dass Brima meine Schwester ist, und mich machen lässt. Sie vertraut mir. Wenn die Sache rauskommt, landet sie genauso auf der Straße wie wir.«

Stiev blieb erstaunlich gelassen und folgte Jemons Auf- und Abgehen mit seinen Blicken. »Du verlierst die Nerven, Jemon«, sagte er dann. »Wenn wir den Kopf unten halten, wird niemand etwas bemerken.«

Jemon verharrte im Schritt und hob belehrend einen Finger. »Was, wenn doch? Was, wenn das Projekt ans Licht kommt? Damit spielen wir direkt in Nomotos Hände. Ganz abgesehen davon, dass uns Jarill eigenhändig den Hals umdrehen wird dafür.«

Stiev brummte nachdenklich, dann hob er ergeben die Hände.

»Na schön, du hast recht. Also wie weiter?«

»Die Testmenge wurde mit einem normalen Produktionsbudget hergestellt«, dachte Pherka laut nach. »Wenn wir sie einfach verschwinden lassen, wird irgendjemand Fragen stellen.«

»Korrekt. Warum liefern wir nicht einfach aus? So wie es angedacht war?«

Jemon blickte überrascht auf. »Werden die Lieferungen zurzeit nicht rigoros überprüft? Sogar auf deine Anweisung hin?«

»Auf versteckte Waffen und Ähnliches, ja. Aber doch nicht auf die Zusammensetzung der Ladung.«

»Trotzdem, das ist zu heikel. Wenn jemand auf die Idee kommt, noch während der Auslieferung Stichproben zu nehmen, sind wir geliefert.«

Leicht genervt atmete Stiev durch die Nase aus. Dann hellte sich seine Miene auf.

»Ich habe eine Idee.«

***

»Und warum genau hast du das getan?«, fragte Marria, während sie lässig in seinem Chefsessel saß, die Füße übereinandergeschlagen auf dem Tisch.

Balanto Zicharia beobachtete, wie die Leute die kleine Lagerhalle verließen, die er sein Büro nannte. Fast jeder von ihnen warf ihm beim Hinausgehen einen wütenden Blick zu, einige machten anzügliche Gesten oder verfluchten ihn laut. Erst als keiner seiner Angestellten – falsch: ehemaligen Angestellten – mehr da war, drehte er sich zu der jungen Frau um.

»Du hast es selbst gelesen«, knurrte er und nickte zu dem Tablet, auf dem immer noch die neusten Nachrichten zu sehen waren.

Marria griff danach und räusperte sich.

»Sind sie mitten unter uns?« Sie lachte auf. »Sind das Nachrichten oder ein Horrorroman?«

»Lach nur. Ich kann nicht riskieren, dass Kreaturen unter meinem Namen arbeiten. Du weißt, was man über mich sagt.«

Marria hob skeptisch eine Augenbraue. »Dass du paranoid bist?«

Er riss ihr das Tablet aus den Händen und öffnete die Kommunikationssoftware.

»Dass ich diskret bin. Professionell. Die Leute vertrauen mir.«

»Natürlich tun sie das«, rief Marria und rollte mit den Augen. »Und es interessiert sie nicht die Bohne, an wen du die schmutzige Arbeit weiterreichst. Hauptsache, sie wird erledigt.« Sie sprang auf die Beine und breitete die Arme aus. »Was nun? Willst du die ganze Arbeit etwa alleine machen?«

Er lehnte sich an den Tisch und schlug die Arme übereinander.

»Ich hab ja noch dich.«

»Ah, ich fühle mich geehrt. Wie verdiene ich dein blindes Vertrauen?«

Balanto winkte ab. »Mach dich nicht lächerlich. Ich kenne dich, seit du die Windeln vollgemacht hast.«

»Als wäre das ein Vertrauensbeweis«, murmelte sie und schüttelte ungläubig den Kopf. »Na schön. Schmeißen wir den Laden eben alleine. Was steht an?«

Er überflog die Nachricht, die am Morgen hereingekommen war.

»Eine Auslieferung«, sagte er und betrachtete die Details. »Der Auftrag kommt von DiCasia.«

»Wie, vom Institut? Warum liefern die nicht selber aus?«

»Was weiß ich«, antwortete Balanto. »Ressourcenengpässe nehme ich mal an. Ist ja nicht so, dass bei denen alles reibungslos läuft.«

»Und was wird geliefert?«

»Gemüseflocken.«

Für einen Moment herrschte überraschtes Schweigen.

»Das eklige Zeug, das sie an die Kreaturen verfuttern?«, fragte Marria.

»Scheint so.«

»Und? Nimmst du den Auftrag an?«

Balanto hörte den Zweifel in ihrer Stimme. Das war eine Art Auftrag, die er immer seinen Angestellten überlassen hatte. Ihm selber lag es mehr, die Strippen von seinem Büro aus zu ziehen oder sich im Zweifelfall mit jemandem persönlich zu treffen und die Person zu überzeugen, wie er es nannte.

Aber nun hatte er keine Angestellten mehr. Und er wollte auf keinen Fall, dass Marria recht behielt und er sich eingestehen musste, dass die Aktion übereilt gewesen war.

Er warf das Tablet zurück auf den Tisch und rieb sich die Hände.

»Aber natürlich.«

***

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