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Holger M. Pohl - Jene, die sich nicht beherrschen lassen

Holger M. Pohl - Jene, die sich nicht beherrschen lassen

Band 18
Artikelnummer:  
783955561031
Format: 
[inkl. 19% MwSt]
  
Sie sind immun gegen die Einflüsterungen des Mentalfeldes, der stärksten Waffe der Hondh, denn sie sind Jene, die sich nicht beherrschen lassen.
Doch was die Hondh nicht beherrschen können, muss beseitigt werden, und so kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen Hondh und Aan-Vechtula, die genau wissen, dass es keinen militärischen Sieg über die Hondh und ihre Vasallen geben würde. Also ziehen sie sich zurück und verschwinden scheinbar spurlos von der galaktischen Spielfläche.
Viele Jahrhunderte später machen sich Pelungart, der letzte lebende Hoc, und sein Begleiter auf die Suche nach dem verloren geglaubten Urvolk, den Stammvätern der Hoc, das auf geheimnisvolle Weise mit Jenen, die sich nicht beherrschen lassen und deren Erbe verbunden scheint.

zur Buchausgabe

Niklas Peinecke


Mit dem Schreiben beschäftigt sich Holger M. Pohl bereits seit 1976 und ist dabei immer der Phantastik treu geblieben.
Er arbeitet an der Website Fantasyguide.de mit und veröffentlicht dort regelmäßig Kolumnen. Darüber hinaus hat er eine Zeit lang das Phantastik-Magazin „Phase X“ mitgestaltet.
Der Autor schreibt Romane für die SF-Serien „Rettungskreuzer Ikarus“ (Atlantis-Verlag) und „Die 9. Expansion“(Wurdack-Verlag). Im März 2015 erschien sein Fantasy-Roman „ARKLAND – Aufbruch ins Gestern“, der Auftakt zu einer Fantasy-Trilogie (Verlag Torsten Low).
Über das Schreiben und Lesen phantastischer Literatur hinaus interessiert er sich für Philosophie und Kosmologie und liest dazu hin und wieder auch einmal ein Sachbuch.

1. Epilog aus »Im Schatten der Hondh«


(Die neunte Expansion – Band 12)


Eines der letzten Schiffe, denen es gelang, in den Schwamm zu springen, war ein großes Nilrem-Truppentransportschiff. An Bord hielten sich neben der 50-köpfigen Besatzung noch nahezu vierhundert Blaue auf: alle Ingenieure der Hondh, die es im System gegeben hatte. Sie trauerten, dass ein Wunderwerk ihrer Ingenieurskunst vernichtet worden war. Etwas, was sie erschütterte und mit Entsetzen erfüllte. Aber da war auch unbändige Freude darüber, den Hondh endlich entkommen zu sein und die jahrtausendlange Sklaverei abgeschüttelt zu haben. Eine Vision, eine Prophezeiung konnte wahr werden! Und diese Aussicht begann nach und nach die Trauer zu überflügeln. Es gab endlich wieder eine Zukunft für das Volk der Blauen.
Einer der Blauen, der sich äußerlich ein klein wenig von den anderen unterschied, suchte den einzigen Passagier des Raumschiffes auf, der weder ein Nilrem noch ein Blauer war. Man hatte ihm eine Kabine zugewiesen und sich nicht weiter um ihn gekümmert, aber das machte ihm nichts aus. Er war schon seit sehr vielen Jahren alleine gewesen und hatte nicht erwartet, jemals wieder auf jemanden seines Volkes zu treffen. Doch die Begegnung mit den Blauen hatte ihm Hoffnung gemacht – Hoffnung darauf, dass er doch nicht der Letzte seines Volkes war.
Als der Blaue seine Kabine betrat, musterten sie sich eine ganze Zeit lang schweigend.
Schließlich sagte der Blaue: »Du bist Pelungart, der Hoc.« Eine Feststellung, keine Frage.
Pelungart nickte. »Und du?«, fragte er.
»Du kennst mich«, antwortete der Blaue. »Oder besser gesagt, du kennst das, was ich einmal war. Wir sind uns nie begegnet. Mein Name ist Parasit und ich war einmal ein Programm …«


2. Ferne Vergangenheit:


Die Aan-Vechtula

»Werden wir siegen? Ja, sehr wahrscheinlich. Doch ist dieser Sieg den Preis wert, den es zu zahlen gilt? Ich sage: Nein! Kein Sieg ist diesen Preis wert. Kein Sieg darf darin münden, dass wir eine Rasse, ein Volk auslöschen. Wir werden alle unsere Prinzipien verraten, wenn wir das zulassen.« Lavanhalt verstrahlte ein helles, mächtiges Blau in der Kammer. Er war der Älteste der Altelter. Ihr Sprecher, ihr Gewissen. »Wir haben sie am Rande einer Niederlage. Sie wissen, dass wir sie schlagen können. Sie werden in Zukunft vorsichtiger sein. Und rücksichtsvoller. Sie werden uns in Ruhe lassen!«
»Werden sie das?« Es war eine junge Stimme, die diese Frage stellte. »Werden sie das wirklich tun?«
»Wir sind die Aan-Vechtula. Wir lassen uns von ihnen nicht beherrschen. Die Hondh fürchten uns. Und ja, sie werden das tun. Dieser Überzeugung bin ich. Dieser Überzeugung sind alle Altelter!«
»Dann irrt ihr euch! Denn nichts von alledem interessiert sie. Wenn wir sie jetzt nicht besiegen – endgültig besiegen –, dann werden sie wiederkommen. Und sie werden dann nicht mehr so einfältig sein und denken, sie könnten uns beeinflussen. Sie werden zurückkommen und uns auslöschen!«
Ein paar Augenblicke sagte niemand etwas. Vielfarbige Lichtkaskaden durchliefen die Kammer. Zustimmung und Ablehnung schwangen darin mit, Verwirrung und Entschlossenheit. Schließlich erhob Lavanhalt wieder seine Stimme: »Ich weiß, Nomongent, dass viele denken wie du. Aber ihr seid jung, ihr seid wild. Es ist das Vorrecht der Jugend, die Dinge in Zweifel zu ziehen. Aber ...« Wieder strömte ein mächtiges Blau durch den Saal. Dieses Mal kam es von allen Altelter. »Aber wir sind die Altelter. Wir treffen die Entscheidungen. Und wir haben entschieden.«
»Weshalb dann überhaupt diese Debatte, Altelter? Um euer Gewissen zu beruhigen? Um Zustimmung zu erhalten? Meine habt ihr nicht. Und wie du sagst: Ich bin nicht alleine! Ihr seid alt. Ihr zaudert. Ihr führt unser Volk an den Rand des Abgrunds. Möglicherweise wäre es besser, wenn andere die Entscheidungen treffen. Jüngere, die noch nicht der Bequemlichkeit und Trägheit des Alters verfallen sind.«
»Deine Worte sind beleidigend, Nomongent. Du vergisst dich.«
»Ich will nur das Beste für unser Volk, Lavanhalt.«
»Wenn du eines Tages hier sitzt, Nomongent, im Kreis der Altelter, dann kannst du mitentscheiden. Jetzt ist deine Meinung bedeutungslos.«
Wieder durchfuhren farbige Kaskaden die Kammer. Die einen standen hinter den Altelter, die anderen stimmten Nomongent zu.
»Genug!«, donnerte die Stimme Lavanhalts. Die Farbenspiele erloschen und ein mattes, gelbes Licht füllte die Kammer. Es sollte für Ruhe sorgen und tatsächlich: Die Aufregung legte sich. Lavanhalt war ein angesehener Altelter. Man hörte auf ihn. »Wir haben entschieden und das ist unser letztes Wort! Sulinhent, wir, die Altelter, weisen dich, den Oberbefehlshaber unserer Flotten, an, alle Feindseligkeiten einzustellen. Rufe die Schiffe zurück! Der Krieg ist beendet! Der Feind ist besiegt und wird nicht wiederkehren!«
Nomongent hörte die Worte. Er wusste, dass er verloren hatte. Sulinhent gehörte zu den Altelter und würde sich nie gegen die anderen und deren Entscheidung stellen. Doch Nomongent wusste auch, dass Lavanhalt und die anderen sich irrten. Die Hondh waren nicht besiegt. Sie würden wiederkommen.

»Sie haben nicht auf dich gehört? Wundert dich das?«
Nomongent stand am Rand des Plateaus und blickte hinab in die Ebene. Ohne sich umzudrehen, erwiderte er: »Nein, es wundert mich nicht. Sie sind alt und träge geworden.«
»Du tust ihnen unrecht, mein Freund! Sie sind die Altelter und führen unser Volk gut. Sulinhent hat eine um die andere Schlacht gewonnen, und ohne ihn stünden wir nicht da, wo wir sind.«
»Und wo stehen wir, Misanrald?« Jetzt drehte sich Nomongent um. »Sag mir, wo?«
»Du kannst nicht in Abrede stellen, dass wir die Hondh besiegt haben. Wir haben sie aus unserem Heimatsystem und allen Kolonialsystemen vertrieben. Sie wissen, dass sie uns mit ihrem Gedankenfeld nicht beherrschen können. Wir sind nicht so leichtgläubig wie andere. Das werden sie anerkennen müssen.«
Nomongent ließ sich Zeit mit der Antwort. Wie alle Aan-Vechtula hatte er einen Körper, den andere Völker als leuch-tende Amorphe bezeichneten. Sie besaßen keine feste Gestalt, bevorzugten aber ein humanoides Äußeres. Doch da ihre Körper weder Knochen noch Knorpel besaßen, glichen die Bewegungen ihrer Arme und Beine mehr denen von Tentakeln. Sie konnten sie in alle Richtungen drehen, wenden oder strecken.
Trotzdem erleichterte die humanoide Gestalt den Kontakt zu anderen Spezies, denen die Aan-Vechtula im Laufe der Zeit begegnet waren. Offensichtlich besaß die Natur ein Faible für diese Körperform, zumindest dann, wenn es um intelligentes Leben ging. Humanoid schien so etwas wie das universelle Erfolgsmodell zu sein. Auf nichts spezialisiert, aber doch zu allem zu gebrauchen.
»Weißt du, mein Freund«, begann Nomongent schließlich und verströmte ein sanftes, beruhigendes Gelb, »ich kann sogar verstehen, dass die Altelter so denken. Wenn du so denkst. Doch ihr liegt falsch.«
»Was macht dich da so sicher?«
»Die Erfahrung, Misanrald. Ja, Sulinhent hat viele Schlachten geschlagen und viele gewonnen. Ja, unser System und die Kolonien sind frei. Aber weißt du was? Ich glaube nicht, dass das die Hondh auch nur am Rande interessiert. Hast du schon einmal einen Hondh gesehen? Nein? Ich auch nicht und ich war dabei, als wir sie zurückgedrängt haben.«
»Als Wissenschaftler, nicht als Soldat«, erinnerte Misanrald. »Du weißt nicht das Geringste darüber, wie es ist, gegen sie zu kämpfen.«
»Ich weiß genug über die Hondh, um zu wissen, dass ein Sieg nicht gleich einem Sieg ist«, entgegnete Nomongent. »Sie denken in anderen Maßstäben, in anderen Dimensionen.«

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