Produkt Informationen
Vorheriger Arikel Artikel 8 von 9 Nächster Artikel der Kategorie D9E - Der Loganische Krieg  D9E - Der Loganische Krieg
K. Ushachov & S. Cernohuby DLK(7) - Gefangen im Dilemma

K. Ushachov & S. Cernohuby DLK(7) - Gefangen im Dilemma

Band 7
Artikelnummer:  
783955561468
Format: 
[inkl. 19% MwSt]
  

Wie geht man als neuer Institutsleiter mit einem Projekt um, das man selbst für unethisch hält, im Institut allerdings sehr populär ist? Diese Frage muss sich Karl Yamazaki stellen – und auch die Frage, wie weit er gehen will, um an der Macht zu bleiben. Denn es gibt Leute, die mit allen Mitteln versuchen, an die Spitze der loganischen Institute zu kommen.

Auf dem Nachbarmond Saxum ist nach dem Tod großer Führungspersönlichkeiten inzwischen ein Machtvakuum entstanden. Einige der Kreaturen sehen ihre Zeit gekommen und wollen ganz schnell ganz nach oben. Auch die neue religiöse Führerin – Maeve – pokert hoch: Sie  macht mit Hilfe von Totgeweihten Stimmung, um die Kreaturen in ihrem Sinne zu beeinflussen. Kann sie ihr Ziel, Saxum gemeinsam mit ihren Anhängern zu verlassen, tatsächlich verwirklichen?

»Ich schlage Karl Yamazaki vor. Wenn jemand Nomotos Ruf retten kann, dann er.«
Weitere Stimmen wurden laut, die ihn als künftigen Leiter von Nomoto sehen wollten. Karl ließ seinen Finger immer und immer wieder über sein Pad gleiten und sah sich die Daten an, die unmissverständlich belegten, wofür Dana Kasaraie ermordet worden war. Konditionierte Figuren direkt unter seiner Nase, und er hatte nichts mitbekommen. Wie? Wie hatte sie es geschafft, sie alle zu täuschen? Ihn zu täuschen, obwohl es sein Job gewesen wäre, genau solche Dinge zu bemerken und anzuprangern?
Er hatte versagt.
Und doch mehrten sich die Stimmen, die Lona Salminen zustimmten und ihn zur Wahl stellten.
Warum?
»Es ist ein Zeichen unseres guten Willens. Die anderen Institute müssen sehen, dass es uns leid tut und dass wir mit harter Hand vorgehen werden, damit das nie wieder vorkommt.« Lona lächelte ihn selbstbewusst an. Fast schon zu selbstbewusst. Als wüsste sie genau, dass er nicht ablehnen konnte, wenn sie es so formulierte.
»Gut. Ich stelle mich zur Wahl. Wer noch?«
Nicht, dass sich viele um eine Stelle rissen, die durch einen Mord freigeworden war. Außer ihm noch der Vorstand der Genetiker. Lona hatte sich zurückgehalten.
Trotzdem war er verblüfft, als schließlich offiziell verkündet wurde, dass er der neue Leiter von Nomoto war. Mit allen damit zusammenhängenden Zugriffsrechten – und mit der damit einhergehenden Verantwortung, das Gesicht des Instituts zu retten und Nomoto wieder den Platz auf Logus zurückzuerobern, den es verdiente.
Dazu war er bereit.
Er trat auf den Balkon und ließ seinen Blick über die Stadt schweifen. Das riesige Institut, die Gärten und Erholungsparks, die Hochhäuser in der Ferne. Und er war derjenige, der das alles zu verwalten hatte.
»Bürgerinnen und Bürger von Nomoto, es ist mir eine ehrenvolle Pflicht, der neue Leiter des Instituts zu sein. Ich will euch nichts versprechen, was ich nicht halten kann. Aber ich kann euch versprechen, alles dafür zu tun, um Nomoto wieder in seinem alten Glanz erstrahlen zu lassen. Wir werden das Vertrauen der anderen Institute zurückerobern durch richtiges Handeln und eine nachhaltige, ethisch korrekte Forschung, die uns allen zugute kommen wird. Solange ich Leiter von Nomoto bin, werde ich hart dafür arbeiten und das erwarte ich auch von euch. Nur gemeinsam hat das Institut eine Zukunft. Wenn wir alle am selben Strang ziehen und daran mitwirken, können wir das, was meine Vorgängerin getan hat, vielleicht nicht ungeschehen machen. Aber wir können zeigen, dass das Vertrauen in Nomoto gerechtfertigt ist.«
Seine Antrittsrede würde ihm vermutlich keinen Preis für Rhetorik einbringen – aber immerhin wussten nun alle, wohin er die Stadt führen wollte. In eine Zeit, in der die anderen Institute nicht mehr auf seines herabschauen würden, weil es wortbrüchig geworden war. Jetzt musste er nur noch seine eigenen Überzeugungen mit der Forschung im Institut in Einklang bringen.
***
»Nun, da wir uns endlich einig sind, wie wir vorgehen werden …«
Orso schüttelte den Kopf und schlug auf den Tisch. »Sind wir das? Auf Logus sind immer noch einige unserer Leute unterwegs. Wann haben sie genug Verwirrung unter den Loganern verbreitet? Wann geben wir offen zu, wer sie sind? Wir sind uns also genauso einig wie zu Beginn der ganzen Sache.«
»Orso, bitte. Noch eine Bemerkung und …«
»Und was, Maeve? Willst du mich aus dem Raum schicken? Ich bin keiner deiner Schüler.«
Maeve massierte ihre Nasenwurzel. »Einigen wir uns darauf, dass wir einen Minimalkonsens haben, damit wir uns hinlegen können. Es war ein langer Tag. Für uns alle.«
Widerwillig lehnte Orso sich auf dem Plastiksitz zurück, der viel zu klein für ihn war. Und entsprechend unbequem.
Maeve räusperte sich. »Die Emotionswächter werden aktuell dort gebraucht, wo sie sind. Daran wird sich nichts ändern.«
Vermutlich wollte Maeve nur nicht zugeben, dass sie aus irgendeinem Grund kein Shuttle zur Verfügung hatten, weil die für Dinge gebraucht wurden, von denen Fußvolk wie er nichts wissen sollte. »Gibt es sonst noch irgendwelche Einwürfe oder kann ich die Sitzung beenden?«
Mehrstimmiges Gemurmel und Köpfeschütteln. Nur Orso blieb in seinem Stuhl zurückgelehnt und sagte nichts. Sie alle wussten ohnehin, was er dachte. Und Orso wusste, was die anderen dachten. Er war Mitte vierzig. Lange würde er ohnehin nicht mehr leben, warum sollten sie noch auf ihn und seine Befindlichkeiten Rücksicht nehmen?
Stühle rückten, Gläser mit Wasser wurden hastig ausgetrunken, und die anderen machten sich auf den Weg.
Orso sah Maeve lange nach. Die junge Kreatur war innerhalb kürzester Zeit zu einem hohen Tier unter den Priestern aufgestiegen, und als Lehrerin und Emotionswächterin hatte sie mehr Einfluss auf Saxum, als Orso lieb sein konnte. Auch er betete zu Mutter Alonso. Aber er hatte immer noch nicht das Gefühl, dass sie wirklich vorankamen. Zumindest nicht so schnell, wie es nötig gewesen wäre.
Vielleicht hatte Maeve Recht, und es lag an seinem Mangel an Glauben. Vielleicht aber auch nicht und in diesem Fall musste er die Sache selbst in die Hand nehmen. Priester und Gebete lösten nur einen Bruchteil der Probleme, mit denen Saxum zu kämpfen hatte.
Erst als das Licht erlosch, bemerkte er, dass er als Einziger im Raum zurückgeblieben war und trat hinaus.
Ausgerechnet Maeve war es, die vor der Tür auf ihn gewartet hatte. »Und?«
»Und was?« Sie konnte ihn lesen wie ein offenes Buch – er sie jedoch nicht, und das war unheimlich.
»Du bist also der Meinung, die Priesterschaft handelt zu wenig?«
Er nickte nur. »Wirst du mich jetzt verhaften?«
Maeve schnaubte. »Nein. Wofür? Dafür, dass du hier weg willst? Das wollen wir alle. Nur die Mittel … Warte ab. Vielleicht habe ich bald eine Aufgabe für dich, die dir gefallen wird.« Sie stieß sich von der Wand ab und verließ ihn ohne weitere Worte.
Orso hoffte nur, dass sie nicht auf die Idee kam, wieder zu den Wurzeln der Religion zurückzukehren – er wäre dafür genau im richtigen Alter.

Wurdack - Bücher für Leute mit Fantasie Kunden kauften auch

Veronika Bicker DLK(8) - Zwischen allen Fronten
Veronika Bicker DLK(8) - Zwischen allen Fronten
2,99 €
Alessandra Reß DLK(2) - Die Netze von Nomoto
Alessandra Reß DLK(2) - Die Netze von Nomoto
2,99 €
Stefan Cernohuby DLK(5) - Blutige Monde
Stefan Cernohuby DLK(5) - Blutige Monde
2,99 €
Carmen Capiti DLK(3) - Machtwechsel
Carmen Capiti DLK(3) - Machtwechsel
2,99 €
Alessandra Reß DLK(6) - Eine Ahnung von Freiheit
Alessandra Reß DLK(6) - Eine Ahnung von Freiheit
2,99 €
Stefan Cernohuby DLK(1) - Aufstand der Betrogenen
Stefan Cernohuby DLK(1) - Aufstand der Betrogenen
2,99 €
 
AGB
Widerrufsrecht
Datenschutz
Versandkosten
Zahlungsarten
Kontakt
Impressum

 

Alle Preise inkl. MwSt. Innerhalb von Deutschland liefern wir versandkostenfrei.

Shopsystem u. Shopsoftware von store-systems.de